FC Ebnat-Kappel 1 2 - 6 FC Kirchberg

28.10.2017 - 17:00 Uhr - Untersand

Tempo- und torreiches Derby

Der FC Kirchberg gewann das intensive Derby in Ebnat-Kappel mit 6:2 (2:1) und meldete seine Ambitionen für einen direkten Wiederaufstieg deutlich an.

Ein 4.-Liga-Spitzenspiel, das seiner Affiche vollauf gerecht wurde. Die klar besseren Karten hatten an diesem Abend allerdings die Alttoggenburger. Traumstart mit zwei Toren in den ersten sechs Minuten. Mit zwei weiteren Treffern zwischen der 47. und 52. Spielminute wurden die kurz vor und nach der Pause aufkeimenden Hoffnungen der Platzherren sozusagen im Keime erstickt. Büsser hatte in der 43. Spielminute auf 1:2 verkürzt, Roth brachte die Gastgeber nur eine Minute nach dem 1:3 auf 2:3 heran (48.). Die Gäste antworteten postwendend mit dem 2:4 und bauten den Vorsprung in der Folge weiter aus. Vor allem die Art und Weise, wie die Kirchberger in der zweiten Halbzeit auftraten, war schon beeindruckend. Auch mit sechs eingewechselten Spielern ging die Ordnung nicht verloren. Keine Chance für das Stadelmann/Störi-Team, da noch allzuviel zu bewegen. Ihre besten Momente hatten die Ebnat-Kappler in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit. Da setzten auch sie starke Akzente. Schade nur, dass mit Ledergerber einer der Antreiber in dieser Phase verletzt vom Platz musste.

Kuhn traf vier Mal

Kirchberg-Trainer Mario Leber nennt als Stärke seines Teams das Kollektiv. Am Samstag überstrahlte einer aber alle: Ramon Kuhn. Den 21-jährigen bekamen die Ebnat-Kappler nie in den Griff. Beim 0:1 glänzte die Nr. 10 mit einem Kabinettstücklein, beim 1:2 war er nach einem von Rohner an die Latte gelenkten Sallahu-Freistoss zur Stelle. Was für eine Entschlossenheit auch beim 2:5 nach herrlichem Querpass von Müller (63.) und nach Wohlgensingers Rückpass in der 72. Spielminute (2:6). Die andern zwei Kirchberger Tore gingen auf das Konto von Müller (0:2, 6.) und Sallahu (2:4, 52.). Beide waren im Nachsetzen nach Abschlussversuchen von Kuhn und Widmer erfolgreich.

Lehrgeld bezahlt

Die im Schnitt deutlich jüngeren Ebnat-Kappler mussten im Vergleich mit dem Absteiger der letzten Saison Lehrgeld bezahlen. Vor allem in der hintersten Linie schlichen sich mehr Unsicherheiten ein als gewohnt. Da vermochte auch Torhüter Rohner trotz guten Interventionen nicht immer auszubügeln. Eine Niederlage, die den Traum vom Überwintern auf Platz eins platzen liess, für die Rückrunde aber nach wie vor alles offen lässt. Neuer Leader ist die erste Mannschaft der Wiler Breitensport-Abteilung. Die Äbtestädter gehen mit 25 Punkten in die Winterpause, dicht gefolgt von Kirchberg mit 24 und Ebnat-Kappel mit 22 Punkten. Diese drei Teams können den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen. Zum Spielverderber könnte Henau II werden, das sich mit 20 Punkten ebenfalls noch einiges ausrechnen wird.

Kirchberg-Trainer Mario Leber: «Die Ebnat-Kappler haben gute Spieler in ihren Reihen und werden ihren Weg machen. Der Wahnsinns-Start erleichterte uns vieles und die System-Umstellung nach der Pause brachte mehr Sicherheit. Erstmals hatte ich alle Spieler dabei und wollte auch allen Akteuren eine Einsatzmöglichkeit geben.»      (Walter Züst)

Matchtelegramm

Ebnat-Kappel I – Kirchberg I 2:6 (1:2). – Untersand. – 90 Zuschauer. – SR: Severin Knecht. – Tore: 2. Kuhn 0:1. 6. Müller 0:2. 43. Büsser 1:2. 47. Kuhn 1:3. 48. Roth 2:3. 52. Sallahu 2:4. 63. Kuhn 2:5. 72. Kuhn 2:6.

Ebnat-Kappel I: Rohner; Lieberherr, Romer, Bucher, Ristic; Stäheli (74. Tschumper), Anderegg, Ledergerber (35. Diener), Roth; Büsser (63. N. Hug), Figaro. – Auf der Bank: L. Hug, Fent, Niederer (ET).

Kirchberg: Iten; Brändle, Schweizer, Wohlgensinger; Nagel, Lang (65. Bouwmeester), Widmer, Müller (72. Bürge); Sallahu (69. Holenstein); Ress (59. Schönenberger / 79. Tsanu), Kuhn (75. Elmazi). – Auf der Bank: Brägger (ET).

Verwarnungen: Figaro, Bucher (Ebnat-Kappel), Kuhn (Kirchberg).

Bemerkungen: Trotz grossem Einsatz auf beiden Seiten ein jederzeit faires Spiel.

Vierfach-Torschütze Roman Kuhn jubelt ein erstes Mal . . . und dies bereits nach zwei Spielminuten!